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Dipl.-Ing. agr. Dietrich Goerke
Zuletzt geändert:10.12.2010
Kurzfassung
Ansatzpunkte zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Pflanzenöl als Treibstoff gegenüber Dieselkraftstoff
Pflanzenöltreibstoffe haben ihre Praxistauglichkeit in verschiedenen Tests erwiesen und werden aufgrund staatlicher Förderung preisgleich zum Dieselkraftstoff angeboten. Trotzdem sind die bisherigen Absatzmengen gering. Es war das Ziel der Arbeit, Ansatzpunkte zur Verbesserung der Akzeptanz aufzuzeigen. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:
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Der Einsatz naturbelassener Pflanzenöle ist auf Dieselmotoren mit indirekter Einspritzung
oder Pflanzöl-Spezialmotoren begrenzt. Gegenüber Dieselmotoren mit Direkteinspritzung
verursacht der Betrieb von Motoren mit indirekter Einspritzung jedoch höhere Treibstoff- oder
Umrüstungskosten, so daß diese Motoren längerfristig in hochentwicklelten Ländern
keine Marktchancen haben. Dagegen wird Pflanzenölmethylester (PME) oder "Biodiesel"
Serien-Dieselmotoren angepaßt und kann dort pur oder dem Dieselkraftstoff beigemischt -
mit nur unbedeutenden Motormodifikationen - eingesetzt werden.
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Vergleiche der Motoremissionen lassen beim Betrieb mit naturbelassenem Pflanzenöl
und Pflanzenölmethylester gegenüber Dieselkraftstoff keine eindeutige Überlegenheit
erkennen. Dem Vorteil geringerer Freisetzung bei einzelnen Schadstoffen, wie z.B. Schwefeldioxid,
Kohlendioxid, Benzol, stehen höhere Stickoxidemissionen gegenüber.
-
Die schwache Akzeptanz von Pflanzenöltreibstoffen hat vor allem folgende Gründe:
- Die Preisgleichheit mit Dieselkraftstoff ist gegenwärtig nur aufgrund der EU-Agrarmarktregelungen möglich. Diese führen dazu, daß die Verarbeiter Rapssaat für Treibstoffe günstiger beziehen können als für Nahrungsmittel. Die nicht absehbare Entwicklung der agrarpolitischen Rahmenbedingungen und die Dauer der daraus resultierenden Subventionen führt zu Unsicherheit und Zurückhaltung bei Investitionen.
- Qualitätsunterschiede und fehlende Normung des Pflanzenöls entsprechen nicht den auf enge Toleranzen ausgelegten Anforderungen hochentwickelter Direkteinspritzmotoren.
- Die Automobilindustrie zögert mit der Freigabe der Fahrzeuge für den Pflanzenölbetrieb, so daß Unsicherheiten bei den Verbrauchern entstehen.
- Das lückenhafte und qualitativ unzureichende Tankstellennetz bringt Verwendern von Treibstoffen aus Pflanzenöl eine Zusatzbelastung.
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Einer Serienfertigung von Pflanzenöl-Spezialmotoren stehen die zu geringen
absetzbaren Stückzahlen entgegen. Deshalb ist für naturbelassenes
Pflanzenöl in diesem Bereich nicht mit Absatzsteigerung zu rechnen.
- Beim Einsatz von Pflanzenölmehtylester in Fuhrparks mit eigenen Tankananlagen,
Fahrzeugen im innerstädtischen Verkehr, wie Taxen, Linien-Omnibussen und
Güternahverkehrs-LKW, Sportbooten und in der Forstwirtschaft treten die
Distributionsnachteile zurück. Bei den Betreibern dieser Motoren in
umweltsensiblen Bereichen ist aus Imagegründen mit einer höheren Akzeptanz zu rechnen,
die durch geeignete Marketingmaßnahmen zu fördern wäre.
- Neuere Versuche, dem schwefelfreien "city-Diesel" Pflanzenöl beizumischen, zeigen, daß Additive zur Schmierfähigkeit eingespart werden können. Erst nach Abschluß der Versuche kann jedoch beurteilt werden, ob Pflanzenöl in diesem Verwendungsbereich ohne Subventionen auch in größeren Mengen als Motortreibstoff wettbewerbsfähig ist.
Die vorliegende Arbeit zeigt, daß der Verbesserung der Wettbewergsfähigkeit von Treibstoffen aus Pflanzenöl gegenüber Dieselkraftstoff enge Grenzen gesetzt sind.
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Zuletzt geändert:10.12.2010
Nachrichten
- Preis der Stiftung
Goldener Zuckerhut, 2011
für Julia Hoffmann - Sylvia Lane Mentorship 2011
für Dr. Carola Grebitus - DFG bewilligt Förderung für Network on the Economics of Food Choice and Health für Dr. Carola Grebitus
Neue Veröffentlichungen
- Langen, N. (2011) Are ethical consumption and charitable giving substitutes or not? 'Insights into consumers' coffee choice. Food Quality and Preferences, 22 (5): 412-421.
- Menapace, L., Colson, G., Grebitus, C. and M. Facendola (2011) Consumers preferences for geographical origin labels: evidence from the Canadian oil market. in: European Review of Agricultural Economics, Vol 1
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